Fanti und das Traurigkeitsmonster

Fanti sitzt auf ihrem Lieblingshügel.
Sie hat den Rüssel hängen und den Kopf gesenkt.
Sie ist nicht alleine, aber das kann nur sie sehen.
Nur sie sieht das Traurigkeitsmonster.
Es ist blau und schwarz, und es hat auch kleine Zacken auf dem Kopf.
Es hat große Augen, einen kleinen Mund und keine Arme und Beine.
Es ist wie ein kleiner Klumpen. Ein bisschen sieht es aus wie Wackelpudding.

Das Traurigkeitsmonster kam irgendwann einfach zu Fanti.
Es sagte gar nicht, wieso es da ist, oder wie es heißt und wie alt es ist.
Es kam, und Fanti wurde traurig. Fast so, als hätte sie jeden Tag Streit mit einer Freundin gehabt.
Oder als hätte es nicht mehr ihr Lieblingsessen gegeben. Oder als dürfte sie nie mehr mit den anderen Elefanten mitspielen.
Das Traurigkeitsmonster war am Tag da. Und wenn es müde wurde, dann legte es eine graue Decke über Fanti, und Fanti war auch in der Nacht und im Schlaf traurig.

Wenn die anderen Elefanten mit Fanti spielen wollen, dann will Fanti lieber alleine sein.
Sie muss sich so viel um das Traurigkeitsmonster kümmern, dass sie immer müde ist.
Und weil Fantis Freunde das Traurigkeitsmonster ja nicht sehen können, kann sie es auch nicht mal abgeben und sich über etwas freuen.
Sie hat auch Angst, dass sie niemand mehr lieb hat, wenn sie immer alleine ist. Sie denkt, dass sie bestimmt kein guter Elefant ist.
Zumindest sagt ihr das Traurigkeitsmonster oft.
Fanti kann nichts dafür, dass das Traurigkeitsmonster irgendwann zu ihr gekommen ist.
Sie will es ja gar nicht behalten.

Fanti braucht jetzt alle ihre Elefantenfreunde.
Sie müssen ihr immer wieder sagen, dass sie sie trotzdem liebhaben, und dass sie auch ein guter Elefant ist, wenn sie keine Lust zum Spielen hat.
Damit das Traurigkeitsmonster irgendwann nichts mehr zum Essen hat. Es ernährt sich nämlich davon, wenn Fanti traurig ist.
Wenn es aber immer Hunger haben muss, dann geht es irgendwann woanders hin.
Manchmal denken die Freunde, dass sie das Traurigkeitsmonster mitgebracht haben. Aber das stimmt nicht.

Wenn Fanti wieder mit ihrem Traurigkeitsmonster auf dem Hügel sitzt, kommen ihre Freunde und umarmen sie.
„Wir haben dich soooooo lieb, Fanti“, sagen sie dann.
Manchmal muss Fanti dann weinen, weil sie sich darüber freut.

Und dann wird das Traurigkeitsmonster ein bisschen kleiner.
Und irgendwann verschwindet es dann wieder.